Karate ist ein Kampfsport mit Wurzeln bis etwa 500 n. Chr. Chinesische Mönche entwickelten ihn als waffenlose Selbstverteidigung und Weg zur Selbstfindung. Als Sport entstand Karate Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan, ergänzt durch ein Regelwerk. Karate-Do bedeutet „Weg der leeren Hand“ und symbolisiert den Anspruch, frei von negativen Gedanken zu handeln. Im Training und Wettkampf stehen Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbeherrschung und Respekt vor dem Gegner im Vordergrund.
Gichin Funakoshi
Gründer des Shotokan-Karate
Der Gründer des Shotokan-Karate ist Gichin Funakoshi (1868–1957). Er brachte die Kampfkunst Anfang des 20. Jahrhunderts von Okinawa nach Japan und legte den Grundstein für den modernen Shotokan-Stil. Sein Künstlername „Shoto“ (bedeutet „Pinnienrauschen“) inspirierte den Namen des Stils. Funakoshi sah Karate nicht nur als Kampfkunst, sondern als Weg zur Vervollkommnung von Körper und Geist.
Karate beginnt mit rei und endet mit rei. (Respekt, Höflichkeit)Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen.Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik.Lerne deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann.Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit.Denke nicht, das Karate nur im Dojo stattfindet.Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen.Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst.Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.Wandle dich abhängig vom Gegner.Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und des Nicht-Treffens ab.Stelle dir deine Hand und deinen Fuss als Schwert vor.Wenn man das Tor zur Jugend verläßt, hat man viele Gegner.Die Haltung des Anfängers muß frei sein von eigenen Urteilen, damit er später ein natürliches Verständnis gewinnt.Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil.Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.Denke immer nach, und versuche dich ständig an Neuem.
Die drei Säulen des Karate
Kihon
Grundschule
Im Kihon lernt man die grundlegenden Karatetechniken als Basis für weiteres Training. Man trainiert effiziente Bewegungen für Abwehr, Stossen, Schlagen und Treten. Die Techniken lassen sich in Monaten erlernen, doch Perfektion erfordert oft ein Leben. Regelmässiges, konzentriertes Üben bündelt die Körperkraft und bereitet auf den Ernstfall vor.
Kata
Festgelegte Form
Kata, ist eine Abfolge von Karatetechniken, die einen Kampf gegen imaginäre Gegner darstellt. Es gibt etwa 50 Katas, die mit einer Abwehrtechnik beginnen und den defensiven Charakter des Karate betonen. Kata trainiert Geist und Körper, fördert Selbstvertrauen, Höflichkeit und Bescheidenheit. Gichin Funakoshi sagte: „Ohne Höflichkeit geht der Geist des Karate verloren.“
Kumite
Technik der Bewegung
Kumite ist die dritte Säule des Karate. Es dient nicht dem Wettkampf, sondern dem inneren Wachstum im Training mit einem Partner.
Kumite ist entscheidend, um Techniken, Abstand, Timing und andere Feinheiten zu verstehen und sich im Ernstfall verteidigen zu können.
Es gibt vier Karatestile, wobei wir den Shotokan-Stil praktizieren.
Shotokan zeichnet sich durch tiefe Stellungen und kraftvolle Techniken aus.
Flexibilität ist wichtig, um Reichweite und Agilität zu steigern.
Jede Technik kann sowohl zur Verteidigung als auch zum Angriff eingesetzt werden.
Bei Positionswechseln erfolgt die Bewegung meist vom hinteren Fuss aus, anders als im Goju Ryu.
Zielzonen der Shotokan-Techniken sind die Körpermitte und der Solarplexus bis hin zu den Genitalien.